Die Ethos Stiftung empfiehlt der Generalversammlung von Novartis vom 6. März 2026, alle Vergütungspunkte abzulehnen. Insbesondere ist die 2025 realisierte Vergütung des CEO überhöht.
24,9 Millionen Franken, das entspricht dem 295-fachen des Medianlohns in der Schweiz (Vollzeitäquivalent). Das ist die im Geschäftsjahr 2025 tatsächlich realisierte Vergütung des Novartis-CEO Vasant Narasimhan. Er erhielt also mehr als zweieinhalb Mal so viel wie 2018, als er die Leitung des Pharmaunternehmens übernahm, und rund dreissig Prozent mehr als 2024 (19,2 Millionen Franken).
Diese tatsächliche Vergütung umfasst das Grundgehalt (1,9 Millionen Franken), den Jahresbonus 2025 (5,1 Millionen Franken) sowie den Wert des langfristigen Aktienvergütungsplans, der ihm 2023 gewährt wurde und 2025 ausläuft (17,3 Millionen Franken).
Ethos empfiehlt der Generalversammlung vom 6. März, alle Vergütungstraktanden abzulehnen. Neben dem Vergütungsbericht (Punkt 5.3) empfiehlt Ethos, auch gegen den für 2027 beantragten Betrag von 95 Millionen Franken für die zehn Geschäftsleitungsmitglieder (Punkt 5.2) und gegen den für die zwölf Verwaltungsratsmitglieder vorgesehenen Betrag von 8,2 Millionen Franken zu stimmen (Punkt 5.1).
Eine variable Vergütung in Höhe von fast zwölf Grundgehältern
Zwar hat Novartis im Jahr 2025 mit einem Gewinnanstieg von siebzehn Prozent eine gute finanzielle Entwicklung verzeichnet. Dennoch hält Ethos ein solches Vergütungsniveau für unverhältnismässig. Die variable Vergütung des CEO für 2025 beläuft sich auf 22,3 Millionen Franken, was dem 11,8-fachen seines Grundgehalts entspricht.
Im Vergleich zu den CEO-Vergütungen bei den zehn grössten Kapitalisierungen an der Schweizer Börse liegt die Vergütung des CEO von Novartis mehr als fünfzig Prozent über dem Median. Im Vergleich zu den fünfzehn grössten europäischen Unternehmen des Gesundheitssektors steigt diese Differenz sogar auf achtzig Prozent.
«Wir halten es für unangemessen, dass Novartis sich bei der Festlegung der Vergütung seiner Führungskräfte hauptsächlich mit nordamerikanischen Unternehmen vergleicht», betont Vincent Kaufmann, Direktor von Ethos. «Es ist zwar verständlich, dass ein Unternehmen dieser Grösse und mit zahlreichen Konkurrenten in den Vereinigten Staaten relativ hohe Vergütungen zahlt, um seine wichtigsten Talente zu halten. Allerdings ist das in den letzten Jahren erreichte Niveau übertrieben und schwer zu rechtfertigen.»
Auch die Vergütungen der Mitglieder des Verwaltungsrats liegen deutlich über dem Median derjenigen der zehn grössten Schweizer Börsenkapitalisierungen. Die Präsidentenrolle erhält 34 Prozent mehr als der Median, die anderen Verwaltungsratsmitglieder im Durchschnitt 29 Prozent mehr.
Hintergrund eines allgemeinen Anstiegs
Die Erhöhungen bei Novartis stehen im Kontext von allgemein steigenden Vergütungen für Führungsspitzen in der Schweiz und im Ausland. So stiegen die Vergütungen der CEOs der zwanzig SMI-Unternehmen 2024 um sieben Prozent auf durchschnittlich 8,3 Millionen Franken (2023: 7,7 Millionen). Bei den 26 Unternehmen des SMIM ist der Anstieg noch deutlicher: Die durchschnittliche Vergütung der CEOs stieg von 3,1 Millionen Franken im Jahr 2023 auf 4,3 Millionen im Jahr 2024 (+37 Prozent).
«Wir befinden uns in einer Spirale kontinuierlich steigender Managergehälter, die losgelöst von der wirtschaftlichen Realität der Stakeholder multinationaler Unternehmen ist», fährt Vincent Kaufmann fort. «Namentlich muss Novartis das Vergütungssystem dringend überarbeiten, um eine inflationäre Entwicklung der Managergehälter zu vermeiden.»
Wie üblich wird Ethos alle seine Abstimmungsempfehlungen für börsennotierte Unternehmen fünf Tage vor ihrer Hauptversammlung auf www.ethosfund.ch veröffentlichen.