10/26/2026

Nach den Presseartikeln der letzten Tage hält die Ethos Stiftung Folgendes fest.

Ethos äussert sich nicht zur Wahl von Personen in politische Ämter. Sie hat zur Bundesratskandidatur von Frau Céline Amaudruz nicht Stellung genommen und wird dies auch nicht tun. Diese Wahl ist Sache der Bundesversammlung.

Die Kritik von Ethos betrifft ausschliesslich die Corporate Governance der börsenkotierten Groupe Minoteries, deren Verwaltungsrat Frau Amaudruz präsidiert. Sie bezieht sich auf die Zusammensetzung des Verwaltungsrats, seine Unabhängigkeit, die Vertretung beider Geschlechter und die Anzahl Mandate seiner Mitglieder. Ethos wendet diese Kriterien bei allen kotierten Unternehmen, die sie analysiert, gleich an, unabhängig vom Werdegang der betroffenen Personen.

Ethos erarbeitet im Auftrag von Pensionskassen und anderen institutionellen Investoren Stimmempfehlungen für die Generalversammlungen kotierter Unternehmen, insbesondere in der Schweiz. Diese Empfehlungen stützen sich auf öffentlich zugängliche Abstimmungsrichtlinien und auf die Grundsätze guter Corporate Governance. Ethos veröffentlicht sämtliche Stimmempfehlungen fünf Tage vor der Generalversammlung auf ihrer Website und teilt sie den Unternehmen auch im Rahmen ihres Dialogs mit ihnen mit. Auf diesem Weg wurden auch die Empfehlungen zu Groupe Minoteries abgegeben, namentlich zur letzten ordentlichen Generalversammlung vom 21. Mai dieses Jahres.

Ethos bedauert, dass diese Corporate-Governance-Analysen in einen politischen Zusammenhang gestellt wurden, für den sie nicht bestimmt waren.

Als Stiftung, die von und für Pensionskassen gegründet wurde, äussert sich Ethos nur dann zu politischen Vorlagen, wenn diese ihre Tätigkeit direkt betreffen, etwa beim Aktienrecht, bei der Regulierung der Grossbanken oder beim nachhaltigen Finanzsystem. Zu Kandidaturen für politische Wahlen nimmt sie nie Stellung.

Ethos beurteilt die parlamentarische Tätigkeit von Frau Amaudruz nicht. Zudem liegen ihr keinerlei Hinweise vor, dass Frau Amaudruz in die Sachverhalte involviert gewesen wäre, die der Bank Reyl vorgeworfen werden.

Vincent Kaufmann, Direktor der Ethos Stiftung: «Unsere Stimmempfehlungen betreffen die Governance kotierter Unternehmen, nicht politische Kandidaturen. Wir wenden bei allen Unternehmen dieselben Kriterien an, unabhängig davon, wer ihren Verwaltungsrat präsidiert. Die Wahl eines Mitglieds des Bundesrats ist Sache des Parlaments, nicht von Ethos.»

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