Jedes Unternehmen hat auch nichtfinanzielle Herausforderungen zu meistern: Institutionelle Investoren interessieren sich zunehmend dafür. Als langfristig orientierte Aktionäre wollen sie wissen, wie das Management Umwelt-, Gesellschafts- und Governance-Fragen in die Unternehmensstrategie einbezieht. Deren Vernachlässigung kann nicht nur zu zusätzlichen Risiken und schlechteren Ergebnissen führen, sondern auch die Umwelt schwerwiegend beschädigen sowie das soziale und wirtschaftliche Gleichgewicht stören.
Um den Druck auf die Aktiengesellschaften zu erhöhen, gehen die institutionellen Anleger bei sensiblen Fragen nun gemeinsam vor. Zum Beispiel im Rahmen des Carbon Disclosure Project (CDP), dem grössten Zusammenschluss institutioneller Investoren: Die annähernd 550 Unterzeichnerinstitutionen verwalten 70'000 Milliarden US-Dollar. CDP soll die 500 grössten kotierten Gesellschaften der Welt dazu bringen, ihre Politik und Ziele zur Reduktion der Treibhausgasemissionen freiwillig bekannt zu geben. Seit mehreren Jahren ist Ethos beauftragt, die Befragung der zwölf Schweizer Gesellschaften auf die 100 grössten in der Schweiz kotierten Unternehmen auszuweiten. Dazu arbeitet Ethos seit 2010 mit Raiffeisen Schweiz zusammen.
Einen weiteren Fokus legen zahlreiche Investoren auf den Kampf gegen die Korruption. In Zusammenarbeit mit Transparency International Schweiz veröffentlichte Ethos kürzlich eine Studie über den gesetzlichen Rahmen und die Antikorruptionspraxis der grossen Schweizer Unternehmen.
Ausserdem publizierte Ethos die Ausgabe 2012 ihrer Abstimmungsrichtlinien: Diese bilden den Leitfaden für die Abstimmungsempfehlungen in der bald startenden Generalversammlungssaison. Und hier verschärft Ethos den Blick auf die in Verbindung zu den wirtschaftlichen Aktivitäten stehenden ökologischen und sozialen Aspekte. Künftig werden Anträge des Managements abgelehnt, sollten diese Bereiche vernachlässigt sein.