Grosse Umweltschäden und Sozialprobleme: Ausschliessen oder hin zum Gespräch?
Die Art und Weise der Tätigkeit eines Unternehmens kann schwerwiegende Umweltauswirkungen haben, soziale Probleme verursachen und entsprechende Kontroversen auslösen. Liegen schwere Verstösse gegen grundlegende ethische Normen vor, werden Anleger praktisch zu Komplizen solcher Praktiken. In solchen fällen schliesst Ethos ein Unternehmen entweder aus dem Anlagespektrum aus oder nutzt aktiv die Aktionärsrechte, damit solches Gebaren ein Ende findet. Entscheidend bei der Wahl der Massnahme: Zeigt sich das Unternehmen für die Forderungen der Anspruchsgruppen empfänglich, das Konflikt schürende Verhalten zu beenden?
Ethos schliesst gemäss Charta gewisse Wirtschaftstätigkeiten aus dem Anlagehorizont aus: Tabak, Waffen, Nuklear- und Gentechnik, Glücksspiel, Pornographie. Nach Ansicht der Stiftung lassen sich diese nur schwer mit den Grundsätzen der nachhaltigen Entwicklung vereinbaren. Aber auch innerhalb der nicht ausgeschlossenen Bereiche ist zu beobachten, dass die Aktivitäten bestimmter Unternehmen Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft und Corporate Governance zeigen, die zu Kontroversen führen können.
Umstrittene Praktiken schädigen die Interessen der Anspruchsgruppen, den Wert des Unternehmens, die Reputation der Investoren und machen diese zu Komplizen.
Zwei Wege, zwei Ergebnisse
Bei jedem Unternehmen, das mit einem schwerwiegenden Konflikt in den Bereichen Umwelt, Soziales oder Corporate Governance konfrontiert ist, analysiert Ethos die Problematik und die vom Management getroffenen Lösungsmassnahmen:
Bestreitet das Unternehmen die Konfliktsituation und verschliesst sich jeglicher Problemlösung, wird es von Ethos aus sämtlichen, aktiv wie auch indexiert verwalteten Portfolios ausgeschlossen.
Anerkennt das Unternehmen die Herausforderungen und ist es zum Dialog mit den betroffenen Anspruchsgruppen bereit, schliesst Ethos die Aktien zwar in den Best-in-Class-Portfolios aus, behält aber weiterhin Positionen in den indexierten Fonds. Damit erhält sich Ethos die Möglichkeit, die Aktionärsrechte zu nutzen (z.B. den Anspruch auf das direkte Gespräch) und so eine nachhaltige Lösung der Problematik zu begünstigen.