Ethos Vergütungsstudie: 8% höhere Chefsaläre in der Finanzbranche
22.07.2011
Die Gesamtvergütungen für die Führungsinstanzen im Finanzsektor sind um acht Prozent gestiegen. In den anderen Branchen blieben sie stabil. Dies zeigt die Ethos Studie zu den Vergütungen 2010 der 48 grössten börsenkotierten Unternehmen in der Schweiz.
Die Mitglieder der Geschäftsleitungen der 48 grössten börsenkotierten Unternehmen in der Schweiz verdienten im Jahr 2010 durchschnittlich 3,1 Millionen Franken. Die Verwaltungsratspräsidenten erhielten 2,4 Millionen und die anderen Mitglieder des Verwaltungsrats 300'000 Franken im Durchschnitt.
Variable Vergütung ist nicht immer variabel
Die Summe der Vergütungen der Mitglieder des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung aller untersuchten Unternehmen belief sich auf 1,29 Milliarden Franken, zwei Prozent mehr als 2009. Für die Unternehmen aus dem Finanzsektor ist diese Summe um rund acht Prozent gewachsen. Die anderen Unternehmen stellten eine gleich grosse Lohnsumme zur Verfügung. Der Vergleich der Lohnsummen über die letzten sechs Jahre macht es deutlich: Die Vergütungen in der Finanzindustrie widerspiegeln die Performance. Demgegenüber folgt die Vergütung in den anderen Unternehmen nur unbedeutend dem wirtschaftlichen Erfolg (vgl. Grafik).
Die Vergütungen der Geschäftsleitungsmitglieder aus dem Finanzsektor sind fast doppelt so hoch wie in den anderen Wirtschaftszweigen. Finanz-Manager erhielten durchschnittlich 4,7 Millionen Franken während Manager anderer Sektoren 2,5 Millionen Franken verdienten.
Markanter Anstieg der Grundsaläre
Bedeutend ist ausserdem der Anstieg der Grundsaläre im Finanzsektor. Sie sind durchschnittlich um fünfzehn Prozent gestiegen und belaufen sich für 2010 auf 900'000 Franken pro Person. Bei den CEO beträgt die Steigerung sogar zwei Drittel. In den anderen Branchen blieb die fixe Basisvergütung eher stabil. Trotzdem bleibt der Anteil variabler Manager-Vergütungen hoch: Insgesamt ist weit über die Hälfte der Gesamtvergütung variabel. In SMI-Unternehmen des Finanzsektors beläuft sich dieser Anteil sogar auf durchschnittlich 78 Prozent.